Freitag, 4. November 2016

[Kolumne] Wie man als Dorfkind neue Leute kennen lernt..

Ein Blog ist dazu da, dass die Menschen was zu lesen haben, genau das geb ich euch heute. Irgendwie komm ich mir durch den Namen vor wie Karla Kolumna aus "Benjamin Blümchen" aber egal, sowas nennt man heutzutage halt Kolumne. Würd ich jetzt ein Video darüber machen würd ich beginnen mit den Worten: "Holt euch eine Tasse Tee, dass könnt länger werden." Ich tippe jetzt nämlich einfach mal drauf los.

Worüber ich heute mit euch reden will ist etwas persönliches. Über neue Leute bis hin zur großen Liebe kennen lernen als Dorfkind. Ich wohne eigentlich im größten Ort meines Bezirkes im wunderbaren Oberösterreich, dennoch würd ich es eher liebevoll als Dorf abstempeln. Ich liebe den Ausdruck "Dorf" - dieser sagt für mich eine ewige Verbundenheit und ein liebevolles Miteinander aus. Jeder kennt jeden und jeder hilft jedem - leider gerät dies aber immer mehr in den Hintergrund.


Wie ihr vielleicht mitbekommen habt gehe ich öfters feiern, dass gehört einfach dazu und ohne wäre es ja langweilig. Ich bin keine die jetzt stolze Nichtalkoholtrinkerin ist. JA ich trinke Alkohol, beim Fortgehen und ab und zu bei gemütlichen Runden zu Hause aber ich bin alt genug um meine Grenzen zu kennen.

So kurzes Statement zu meinen Alkoholkonsum. Naja in einem Dorf kennt ja jeder jeden, was aber wenn man jemand neues kennen lernen möchte? Klar, Internet, Lovoo und Co. stehen zur Verfügung, genauso wie Arbeit, Schule, Uni und das zufällige übern Weg laufen. Aber da gibts halt noch eine weitere Option - das kennen lernen beim Feiern. Und ich kann mit Stolz sagen - das funktioniert halt immer noch am Besten. Wenn man in einem Dorf wie ich wohnt klappert man dazu am Besten in der Zeltfestsaison alle "Festl" in der näheren Umgebung und am Ar*** der Welt ab. Das bringt den größten Spaß und man kennt auf einmal Leute in jedem Viertel von Oberösterreich. Das kann auch von Vorteil sein. Wie oft hab ich Leute dort kennen gelernt und dann später in der Arbeit, in einem Laden oder in der Schule wieder gesehen und dann dort gleich Freundschaft geschlossen. Praktisch wenn man wo alleine hinkommt. Wenn ich mir meinen jetzigen Freundes- und Bekanntenkreis ansehe hätte ich diese Leute nie kennen gelernt wenn ich nur zu Hause rumsitze und rherumsurfe.

Naja und wenn die Zeltfestsaison vorüber ist, gehts ab in die nächste Dorfdisco, die natürlich nur drei Minuten von dir entfernt ist aber du zum nach Hause gehen durch den tiefsten Wald musst. Hach ja, die liebe kleine Disco wo man eigentlich nie Geld braucht und sich jedes Jahr aufs neue fragt "Wie verdammt noch mal überlebt die Jahr für Jahr?". Jaja, so eine Dorfdisco ist alt - bestenfalls sind deine Eltern dort schon berühmt. Dort ist es einfach wie nach Hause kommen, nur dass halt zufällige eine Bar und laute Musik in deinem Wohnzimmer ist. An solche Locations habe ich die besten Erinnerungen - dort lernte ich zB meinen Liebsten kennen - durch gemeinsame Freunde die ich auf einem Festl kennen gelernt habe. Das ist jetzt über drei Jahre her und die Disco steht noch immer, haha.

Und nach wie vor geh ich (viell. nicht mehr jedes Wochenende) fort, mal mit meinen Mädls, mit denen ich auch schon meine ersten Fortgeh-Erfahrungen teilte, mal mit meinem Liebsten, mal mit meiner Familie - irgendwer findet sich immer. Hier muss aber nicht zwangsläufig Alkohol konsumiert werden, wer nichts trinken will trinkt nichts und das wird auch akzeptiert. (wesen Leute das nicht akzeptieren hat in meinen Augen die falschen Freunde).

So war das bei mir..
Heutzutage möcht ich nicht mehr "jung" sein. Ich arbeite selber öfter auf Zeltfesten auch hinter der Bar und wie es davor zugeht macht mich sprachlos. JA ich arbeite nach dem Jugendschutzgesetzten aus und achte auch darauf was ich wem geben darf. Doch die junge Generation ist schon so geschickt und bekommt das, was sie will - und zwar einen Rausch, der ihnen das Hirn wegbläst und sie zu einem anderen Menschen macht. Klar, hab ich auch ein paar mal über die Stränge geschlagen aber heutzutage erinnert das mehr an einem Alkoholkampf als einem kleinen Rauscherl. Die Leute werden aggressiv und zerstören einfach alles - die Einrichtung und die Menschen selber. Wie oft ich heuer schon jemanden Verletzten zur Rettung brachte und erste Hilfe leisten musste, weil er mal wieder zu viel getrunken hatte - schön ist das nicht mehr und hat meiner Meinung nach nichts mehr mit "neue Leute treffen und gemütlich feiern" zu tun. Falls sich irgendwer angesprochen fühlt - ICH BIN ENTTÄUSCHT. Dank euch wird man gleich als Säufer abgestempelt wenn man, wie ich hier, zugibt Alkohol zu trinken. Dank euch gehen manche in den Ruin..

Eigentlich wollt ich hier nur kurz etwas über die Fortgehkultur bei mir erzählen, bin dann aber abgeschweift als ich merkte, dass diese heutzutage nicht mehr existiert, ich musste einfach mal meinen Senf dazu abgeben. Ich möchte jedoch NICHTS verallgemeinern, nur darüber schreiben wie es aus meiner Sicht in meiner Umgebung jetzt abläuft.

Wie steht ihr zu dem ganzen? Die Diskussionen werden hiermit eröffnet.

Ich hoffe, ihr habt euch euren Tee schmecken lassen und seit bis zum Ende dran geblieben.

Liebe Grüße,
Eva

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